"VIELE SAARBRÜCKER HABEN ANGST, WENN SIE AUF DAS RAD STEIGEN"
Mobilitätsdebatte auf dem "Markt der Mobilität" am Siedlerheim auf dem Rastpfuhl
Im Rahmen des "Markt der Mobilität" am Samstag, den 11. April 2026, haben Vertreter*innen des "Verband Wohneigentum Gemeinschaft Saarbrücken-Rastpfuhl e.V,", des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), des Stadtteilvereins "Malstatt gemeinsam stark" (MaGS), der Kommunalpolitik und der Radbranche über eine bessere Radverkehrsinfrastruktur in Malstatt und insbesondere auf dem Rastpfuhl diskutiert. Im Eingangsstatement von Jochen Pollex, der in der Landeshauptstadt seit etlichen Jahren Räder verkauft und Nutzer berät, wurde schnell die Krux des Radverkehrs in Saarbrücken deutlich: "Die Menschen haben Angst, wenn sie in Saarbrücken auf ihr Rad steigen und sich auf die Straße begeben!" Diese These wurde von den etlichen Anwesenden mit Kopfnicken bestätigt. Die Alltagsfahrerin Petra Brenner-Pruss, konnte diese Aussage mit eigenen Erfahrungen bestätigen: "Wenn ich in die Innenstadt fahre, meide ich die Lebacher Straße und weiche auf die Nebenroute aus. Ein Unsicherheitsgefühl in der engen Gasse zwischen parkenden Autos und bulligem LKW-Verkehr bleibt trotzdem".
Dies konnte der Vertreter aus der Kommunalpolitik, Jose Ignacio Rodriguez Maicas, Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat, noch mit Hintergrundwissen untermauern. „Eigentlich ist die Lebacher Straße baulich für die Vielzahl der Verkehrsteilnehmer*innen in keinster Weise geeignet. Wenn man wirklich Sicherheit, insbesondere für die Radfahrer*innen, herstellen will, brauchen wir tiefgreifendere Maßnahmen wie robuste Fahrradstraßen jenseits der Lebacher Straße, um eine Trennung der Verkehre zu erreichen.“
Da dies momentan aber eher Wunsch als Realität ist, blieb die Frage in die Runde, was sofort getan werden könnte.
Der kleinste Nenner aller Diskutanten: Auf jeden Fall die existierenden Maßnahmen wie "Tempo 30" ernst nehmen und durch mehr Kontrolle, Stichwort Blitzer, durchsetzen.
Oder auch die vorhandene, in Teilen gute Radinfrastruktur, durch Lückenschlüsse zu einem richtigen Radwegenetz ausbauen.
Hier nannte eine Anwohnerin und Radfahrerin die Situation unterhalb des Cottbuser Platzes, "wo der Gehweg im Rahmen der in Kürze anstehenden Umgestaltung des Platzes auf eine Erweiterung zum Fuß- und Radweg wartet."
Es stellt sich die Frage: Wie kann die Bürgerschaft diese notwendigen Maßnahmen unterstützen?
Hier kamen der Velo-Fachverband ADFC aber auch der Stadtteilverein MaGS ins Spiel, die im jahrelangen, ausdauernden
Dialog mit Politik und Verwaltung stehen.
Paul Szymanski, der Sprecher des ADFC, zog bei aller Dialogbereitschaft die rote Linie, wenn die Gefahr besteht, "dass die
Interessen der Radfahrer*innen unter den Tisch fallen."
Dass ein Stadtteilverein sich auch im Dialog nicht ernst genommen fühlt, wenn er nach über zehn Jahren Kampf gegen den LKW-Durchgangsverkehr vom Land „Par ordre du mufti“ eine nicht kommentierte Abfuhr per Presse erfährt, wie der MaGS-Vorsitzende Guido Vogel-Latz berichtete, macht den Kampf nicht einfacher und frustriert im konkreten Fall. Gerade dann, wenn eigentlich der ernsthafte Bürgerdialog von Regierungsseite propagiert wird.
Was wünschten sich die Podiumsteilnehmer*innen in fünf Jahren für den Radverkehr in Saarbrücken?
Jochen Pollex, der Fahrradexperte, fasste die Diskussion in einem einfachen Satz zusammen:"Dass alle, die sich mit dem Rad auf die Saarbrücker Straße trauen, weniger Angst haben".
Und alle, die damit beruflich zu tun haben, dem Alltags-Radverkehr endlich die Rolle zuweisen, die er auch im Saarland verdient, mochten die Veranstalter ergänzen.
Die samstägliche Runde vor dem Siedlerheim bot zumindest den Eindruck, dass man mit dieser Forderung in der Stadtgesellschaft, auch auf dem Rastpfuhl, nicht alleine ist.






















































































































































